Yvis kreative Schreibecke

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 Zeit zu Leben

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Yvi
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BeitragThema: Zeit zu Leben   So Sep 12 2010, 09:37

Ich mache mal einen etwas andereen Thread auf.

Gerne würde ich hier regelmäßig Texte posten, die ich von der Seite "Zeit zu Leben" als Newsletter bekomme.
Vieles davon hat mir geholfen mich im Leben besser zurechtzufinden, mich besser kennen zu lernen, Zusammenhänge besser zu verstehen.

Das möchte ich gern weitergeben.

Wen es interessiert der kann es gerne lesen, wen nicht, übersieht es einfach.^^

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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   So Sep 12 2010, 09:38

Warum andere mich doof finden dürfen!



"Für unser Denken sind wir verantwortlich, nicht aber für das, was andere über uns denken."

-- Ernst Ferstl

"Der mag mich nicht."
"Die findet mich doof."
"Die reden schlecht über mich."

Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, was andere über sie denken. Es scheint eine zutiefst menschliche Sehnsucht zu sein, von anderen Menschen gemocht und akzeptiert zu werden. Angenommen zu sein.

Und deshalb erleben viele von uns es im besten Fall als irritierend, in vielen Fällen aber auch als bedrohlich, wenn wir den Eindruck gewinnen, jemand könnte uns nicht mögen.

Nun haben wir aber wenig Einfluss darauf, was andere Menschen über uns denken. Klar, wir können uns auf die eine oder andere weise benehmen, wir können freundlich oder unfreundlich sein, wir können uns einstellen auf jemanden oder auch nicht – aber ob uns jemand mag oder nicht, entscheidet immer die Person selbst. Und genau das lässt uns dann eben auch so unsicher werden.

Mehr noch: Oft scheint es, der Versuch, gezielt von jemanden gemocht zu werden, kontraproduktiv. Versuche, gemocht zu werden, scheinen oft das Gegenteil zu bewirken. Warum? Vielleicht weil wir dann künstlich wirken? Vielleicht weil andere den Versuch der Manipulation fühlen? Vielleicht weil sich Sympathie eben tatsächlich nicht erreichen lässt, sondern weil sie entstehen muss?

Wie auch immer, der Ansatz hier ist einmal mehr, der über sich selbst. Wie Ernst Ferstl in seinem Aphorismus so treffend herausgearbeitet hat: Wir sind für unser Denken verantwortlich und nur das können wir beeinflussen.

Als erstes können wir daran arbeiten, uns selbst zu mögen und das unabhängig davon, ob uns ein anderer mag oder nicht. Wenn ich mich selbst leiden mag, verletzt es mich lange nicht so, wenn ich das Gefühl habe, von jemanden nicht gemocht zu werden. Ich kann es wahr- und annehmen. Ich muss mich nicht anbiedern oder kämpfen. Ich kann den anderen sein lassen (im doppelten Wortsinn).

Und ich kann hinschauen, ob ich denn überhaupt wirklich von dieser Person gemocht werden will! Oft reflektieren wir ja gar nicht, ob uns eine Person wichtig ist. Wir suchen einfach Anerkennung und eine positive Zuwendung, egal von wem. Hier lohnt aber ein zweiter Blick, denn tatsächlich mögen uns ganz oft die Menschen nicht, die wir selbst auch nicht wirklich sympathisch finden, von denen wir also eigentlich gar keine Nähe wollen. Und wenn man das für sich erkennt, ist es viel einfacher auszuhalten, von jemanden nicht gemocht zu werden.

Als spannendes Extra ist es dann häufig auch so, dass wenn man von der Person gar nicht mehr zwingend gemocht werden will, plötzlich etwas Erstaunliches passiert: man lernt sich neu und anders kennen und findet vielleicht einen Draht, der vorher gar nicht da war.

In jedem Fall geht es auch hier darum, bei sich selbst zu beginnen und nicht beim anderen.


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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   Mo Sep 13 2010, 11:13

Warum der Esel gestorben ist...



Kennen Sie die Geschichte mit dem Esel, der zwischen zwei Heuhaufen steht? Der Esel kann sich nicht entscheiden, von welchem Heuhaufen er fressen soll. Und schließlich verhungert er. Tod durch fehlende Entschlussfähigkeit.

Fehlende Entschlossenheit bringt einen natürlich nicht immer um. Aber trotzdem kann sie für eine Menge Frust und Schmerz sorgen.

Die Welt da draußen bietet uns allen viele, wunderbare Möglichkeiten. Aber oft haben diese Möglichkeiten ein Verfallsdatum. Und wenn man sich nicht entscheiden kann, wird man manchmal wirklich vom Leben bestraft, weil man zu spät kommt.

Schauen wir der Wahrheit ins Auge: Unser Leben ist kurz. Und eh man sich versieht, sitzt man mit 75 auf der Parkbank und fragt sich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Und dann geht das große Bedauern los. Hätte ich doch bloß… ja, man hätte sich nur entscheiden müssen, damals.

Es gibt nur einen guten Zeitpunkt, mit dem wirklichen Leben anzufangen. Und dieser Augenblick ist jetzt. Nicht morgen, nicht in einem Monat, nicht wenn die Kinder erwachsen sind. Der Augenblick anzufangen und sich zu entscheiden, ist immer JETZT.

Im Jetzt zu leben bedeutet nicht nur, dass man den Augenblick wertschätzt. Das ist auch wichtig. Aber das alleine reicht nicht. Im Hier und Jetzt zu sein bedeutet vor allem, aus dem Vollen zu schöpfen und wirklich zu leben. Nicht nur in der Sparversion, sondern das wirkliche, unsichere, aber dafür lebendige und spannende Leben.

Die meisten von uns haben unerfüllte Träume, Sehnsüchte und Wünsche. Aber uns fehlt oft die Entschlusskraft und der Mut, sich für die Träume und Wünsche zu entscheiden. Daran verhungert man zwar nicht, so wie der Esel in der Parabel. Aber die eigene Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Vitalität und Lebensfreude werden immer magerer bis oft nichts mehr übrig bleibt. Man stirbt nicht physisch. Aber die eigene Seele stirbt Stück für Stück.

Deswegen mein Appell an Sie: Entscheiden Sie sich heute, wirklich zu leben. Lassen Sie sich nicht durch die vielen Zweifel, durch Sicherheitsdenken, durch die vielen Bedenkenträger oder durch Ihre Angst aufhalten. Entscheiden Sie sich heute.

Erfolgreiche Menschen, also Leute die das im Leben haben, was sie wollen, sind meistens ziemlich gut darin zu entscheiden. Man könnte sogar sagen, dass “Entschlussfreude” eine Schlüsselfähigkeit ist, wenn man sich etwas im Leben aufbauen will.

Warten Sie also nicht, bis Sie 100% sicher sind. Das gibt es nur ganz selten im Leben. Und selbst wenn Sie sich zwischen zwei Dingen nicht entscheiden können, dann ist es oft besser, eine Münze zu werfen und die Entscheidung dem Leben zu überlassen. Sogar eine schlechte Entscheidung kann besser sein, als sich gar nicht zu entscheiden.

Gibt es eine Entscheidung, die ansteht in Ihrem Leben? Eine Situation, mit der Sie nicht glücklich sind und die aufgelöst werden muss? Oder gibt es irgendwo zwei oder mehr Alternativen, zwischen denen Sie sich bisher nicht entscheiden konnten? Dann entscheiden Sie sich bitte eher schnell. Denn Entscheidungen bringen Bewegung ins eigene Leben und wenn man die Augen und Ohren offen hält, kann man aus jeder Entscheidung etwas lernen, selbst wenn sie nicht perfekt war.

Entscheiden Sie sich also bitte. Am besten jetzt gleich.


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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   Mo Sep 13 2010, 11:14

Wenn ich nie genug bin



Haben Sie manchmal das Gefühl, dass es nie genug ist, was Sie tun? Vielleicht sogar, dass Sie selbst nicht genug sind?

Wenn ja, dann willkommen in Club. Das geht nämlich ganz vielen Menschen so.

Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, fühlt sich grundsätzlich nicht besonders schön an. Es treibt uns, es setzt uns unter Druck und es hält uns in Bewegung. Aber wenn man dieses Gefühl geschickt kanalisiert, dann sorgt es tatsächlich oft dafür, dass wir ganz viel schaffen, dass wir unsere Grenzen überwinden und über uns hinaus wachsen.

Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, ist ein bisschen wie ein Messer. Man kann ganz nützliche Dinge damit tun, aber man kann sich auch damit schneiden. Und das ist es, was vielen passiert.

Denn wenn wir diesem „Es ist nie genug“ freien Lauf lassen, dann kann uns dieses Gefühl das Mark aus den Knochen saugen und uns direkt in einen Burn-Out schicken. Denn wer sich ständig selbst treibt, der vergisst manchmal, dass wir Menschen ziel- und druckfreie Zeiten zum Aufladen brauchen, sonst sind unsere Batterien irgendwann leer.

Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, hat manchmal noch einen unangenehmen Effekt. Es kann uns im Extremfall lähmen. Viele Menschen, die an Aufschieberitis leiden, haben übersteigerte und oft unrealistische Erwartungen an sich selbst. Sie gehen also schon im Vorfeld davon aus, dass es nicht genug sein wird, wenn sie etwas erledigen werden. Deswegen fangen sie erst gar nicht an, um dieses Gefühl der Enttäuschung zu vermeiden.

Bei diesem Gefühl, dass es nie genug ist, haben wir also einen dieser klassischen Gegensätze, dass etwas gut und schlecht zu gleich sein kann und dass die Dosierung die Wirkung ausmacht.

Ein gutes Maß dieses Gefühls erzeugt Tatkraft und Motivation und gesunden Ehrgeiz. Zu viel davon erzeugt einen Tunnelblick, Burn-Out, Lähmung und es schickt unseren Selbstwert in den Keller, wenn wir unseren (zu) hohen Ansprüchen nicht genügen.

Ja, solche Gegensätze aushalten zu können – das ist tatsächlich eine überlebensnotwendige Fähigkeiten in der heutigen Zeit.

Ganz kniffelig wird es, wenn Dritte ins Spiel kommen. Wenn uns also unser Lebenspartner oder unser Chef das Gefühl gibt, dass es nie genug ist, was wir tun. Wir Menschen sind ja soziale Tiere und geben etwas auf Meinungen unserer Mitmenschen. Und wenn wir eh schon ein bisschen an unserem fehlenden Selbstwert knabbern, kann es uns verletzen, wenn uns Dritte ständig vermitteln, dass es nicht reicht, was wir tun.

Ob das dann wirklich etwas mit mir selbst und meinem Verhalten zu tun hat oder mit einer übersteigerten Erwartungshaltung bei meinem Chef, Kollegen oder Lebenspartner ist noch mal eine andere Frage.

Wenn ich zum Beispiel in einem Job stecke, der wirklich nicht zu meinen Fähigkeiten passt, dann kann mein Chef ja durchaus recht damit haben, wenn er mir vermittelt, dass meine Leistung nicht ausreicht. Hier hilft eine ehrliche Meinung eines neutralen Dritten, der mir nicht aus Freundschaft nach dem Mund redet.

Oft haben andere Menschen, Chefs, Lebenspartner aber auch einfach hohe Erwartungen an sich selbst. Sie sind sich selbst nicht genug und das übertragen sie dann auf ihre Umwelt. Sie geben den inneren Druck nach außen. Was wieder ein schönes Beispiel dafür ist, dass unsere innere Welt sich meistens in unserer äußeren Welt widerspiegelt.

Falls Sie auch manchmal an dieser „Ich bin nicht genug“-Geschichte leiden, dann gibt es verschiedene Strategien, damit umzugehen:

Prüfen Sie doch einmal die Erwartungen, die Sie an sich selbst haben. Am besten setzen Sie sich hin und schreiben auf, welche Ansprüche Sie an sich selbst stellen. Wie genau müssten Sie sein, damit Sie das Gefühl hätten, dass es reicht und dass Sie genug sind?

Sortieren Sie die Ansprüche von Dritten an Sie (vom Chef, Lebenspartner, den Eltern etc.) und Ihre eigenen Ansprüche an sich auseinander. Welche sind Ihre wirklichen Ansprüche an sich selbst? Welche haben Sie von Dritten übernommen?


Schauen Sie, ob Ihre Erwartungen an sich selbst realistisch sind. Fragen Sie auch vertraute Menschen, ob Sie nicht vielleicht zu viel von sich erwarten.


Überlegen Sie, wo es Ihr Leben tatsächlich besser und schöner machen würde, wenn Sie in diesem Bereich wachsen und dazulernen würden. Oft entsteht das Gefühl „Es ist nicht genug“ ja wirklich aus einem Defizit im eigenen Verhalten.


Überlegen Sie vielleicht auch, ob Sie am falschen Ort sind, an einem Ort der nicht zu Ihren Fähigkeiten, Stärken und Vorzügen passt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie als kommunikationstarker, menschenorientierter Typ in einem technischen Beruf arbeiten oder wenn Sie als schüchterner Mensch im Verkauf jobben. Am falschen Ort werden Sie vielleicht nie die Chance haben, genug zu sein.

Der Weg heraus aus einem übersteigerten Gefühl, dass man nie genug ist, führt wie meistens über die Achtsamkeit. Über die Achtsamkeit mit sich selbst. Über Achtsamkeit mit dem, was um einen passiert und was das in einem selbst an Gedanken und Gefühlen auslöst. Genauso wichtig ist Achtsamkeit mit den eigenen Bedürfnissen.

Denn je achtsamer Sie mit sich selbst umgehen, desto eher können Sie das Gefühl, dass es nicht genug ist, geschickt für sich nutzen, ohne dass seine Schattenseiten zu sehr zum Tragen kommen.

Trotz allen Schattenseiten kann uns dieses „Es ist nicht genug“ voranbringen, es kann uns zum Handeln motivieren und uns als Mensch wachsen lassen.

Es ist wie meistens im Leben: in der richtigen Dosierung ist nahezu alles nützlich und hilfreich.


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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   Di Sep 21 2010, 19:23

Warum muss es immer erst weh tun?


Es gibt Menschen, denen fällt es relativ leicht, sich zu verändern. Andere dagegen wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Sie ändern nur etwas, wenn es gar nicht anders geht und wenn ihnen das Leben die Pistole auf die Brust setzt. Wenn sie richtig krank werden. Oder wenn sie ihren Job verlieren.

Darf ich fragen, zu welcher Gruppe Mensch Sie gehören? Ändern Sie eher schnell etwas, wenn es angebracht ist? Oder müssen Sie normalerweise erst richtig leiden, bevor Sie etwas tun?

Na klar, etwas im eigenen Leben zu verändern, ist natürlich nicht immer leicht. Und noch schwerer ist es, sich selbst zu verändern. Aber zum Glück haben wir Menschen diese Fähigkeit mitbekommen. Deswegen gibt es uns unsere Spezies überhaupt noch. Weil wir uns an sich verändernde Lebensumstände anpassen können. Weil wir etwas ändern können, wenn es notwendig ist.

Das ist ja auch die Idee von Charles Darwin gewesen: Diejenigen überleben langfristig, die sich am besten an ihre Umgebung anpassen können. Und wir Menschen haben überlebt. Wir können uns offensichtlich ändern. Wir nutzen die Fähigkeit nur zu selten.

Darf ich Ihnen noch eine Frage stellen?

Wer fühlt sich wohl aktiver, mehr im Leben, kraftvoller und handlungsfähiger:

a) Jemand, der nur etwas ändert, wenn es gar nicht anders geht, also jemand, der nur auf Veränderungen von außen reagiert?
Oder fühlt sich b) derjenige stärker und mächtiger, der Veränderungen im Leben von sich aus anstößt, wenn es angebracht ist? Jemand der von sich aus den Job wechselt, wenn er unzufrieden ist? Jemand, der seine Beziehung beendet, wenn sie ihm nichts mehr gibt? Jemand, der Lösungen und Möglichkeiten sucht, statt Gründe, warum man eh nichts ändern kann?
Wer fühlt sich kraftvoller? a oder b?

Die Antwort ist klar. Es ist b, also derjenige, der von sich aus aktiv wird, hat eher dieses wunderbare Gefühl, sein Leben in der Hand zu haben. Dieses Gefühl zu wissen, dass das eigene Leben ein Resultat der eigenen Entscheidungen ist. Dass man das Leben lebt, das man sich selbst ausgesucht hat.

Aber wieso wählen dann so wenige Menschen die zweite Variante? Wieso suchen so wenige Menschen selbstbestimmt die Veränderung?

Vielleicht weil es uns noch wichtiger ist, uns sicher zu fühlen, als dieses Gefühl von Selbstbestimmung und Macht über unser Leben zu haben? Vielleicht weil die meisten Menschen es nicht schaffen, sich ihren Ängsten zu stellen und diese auch mal auszuhalten oder zu überwinden?

Denn Veränderung bringt Unsicherheit und Unwägbarkeit mit sich. Wer etwas verändert, der kann sich nicht sicher sein, ob es nach der Veränderung wirklich besser wird. Mit dieser Unsicherheit muss man umgehen können. Und da braucht man auch ein bisschen Hoffnung und Vertrauen. Vertrauen ins Leben. Und auch Vertrauen in sich selbst und dass man das, was kommt, schon irgendwie bewältigen wird.

Wenn Sie in der heutigen Zeit erfolgreich sein wollen, ist es enorm hilfreich, wenn Sie eine positive Einstellung zu Veränderungen haben. Und es hilft auch, wenn Sie bereit und dazu fähig sind, sich selbst zu ändern und dazuzulernen, wo es angebracht ist.

Oder anders gesagt: Es hilft, wenn Sie ein selbstbestimmender Veränderer sind.

Was brauchen Sie, wenn Sie zu so einem selbstbestimmenden Veränderer werden möchten? Die folgenden Ideen helfen Ihnen vielleicht dabei:

Treffen Sie eine kraftvolle Entscheidung. Eine Entscheidung, dass Sie in Zukunft Ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen werden; eine Entscheidung, dass Sie sich aktiv und selbstbestimmt in die Richtung verändern, in die Sie gehen möchten. Es hilft, eine solche Entscheidung mit irgendeiner Art von Ritual zu untermauern und anderen davon zu erzählen, damit die Entscheidung mehr Triebkraft bekommt.

Schauen Sie Ihren Ängsten in die Augen und halten Sie sie aus, ohne sie weghaben zu wollen. Ängste schränken uns nur dann ein, wenn wir ihnen Macht über uns geben. Wer bereit ist, die Angst auszuhalten, zieht ihr die Zähne. Hier ist es hilfreich, Methoden zu lernen, um mit den eigenen Gefühlen besser zurecht zu kommen.

Handeln Sie trotz der Angst. Das ist es, was man Mut nennt: Handeln, auch wenn man zittert. Üben Sie es systematisch und in kleinen Schritten, Ihre Ängste zu überwinden. Trainieren Sie Ihren Mut.

Suchen Sie sich andere Menschen, die sich auch dazu entschlossen haben, den manchmal gruseligen, aber gleichzeitig befreienden Weg der Selbstbestimmung zu gehen. Gemeinsam ist es leichter.

Veränderer haben es nicht unbedingt einfacher im Leben. Und bequemer ist es auch nicht.

Aber ist es Ihr Ziel, am Ende Ihres Lebens zu sagen:

“Es war wenigstens einfach und bequem”?

Ich persönlich möchte am Ende meines Lebens sagen:

Ich habe wirklich gelebt.
Ich habe mein Leben selbst gestaltet.
Und ich habe das Beste aus meiner Zeit hier gemacht.
Ich war ein Veränderer.
Und es war wunderbar.

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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   So Sep 26 2010, 08:23

Bitte seien sie nicht enttäuscht.



In dem heutigen Zitat geht es um das Thema Enttäuschung:

"Und ich habe mich so gefreut!", sagst du vorwurfsvoll, wenn dir eine Hoffnung zerstört wurde. Du hast dich gefreut – ist das nichts?"

-- Marie von Ebner-Eschenbach

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass Enttäuschung immer etwas mit unseren Erwartungen zu tun hat? Wir erwarten mehr oder etwas anderes und wenn wir das nicht bekommen oder etwas anderes eintritt, sind wir enttäuscht.

Vielleicht kennen Sie auch das Wortspiel mit dem Begriff "Enttäuschung"? Nämlich das in der Ent-Täuschung ein Ende der Täuschung gesehen werden kann? Dass wir uns also schlicht und einfach über den Verlauf einer Sache geirrt haben und nun eben mit den geänderten Gegebenheiten klarkommen müssen.

Mir hilft dieses kleine Wortspiel sehr dabei, das Gefühl einer Enttäuschung nicht zu stark werden zu lassen. Es rückt alles ein bisschen mehr in angemessene Relationen: Nur weil ich etwas erwarte, ist damit ja keine Garantie verbunden, dass etwas so eintritt oder geschieht, wie ich es will. Und genau das machen wir uns oft nicht klar.

Wenn wir etwas erwarten, dann haben wir das Gefühl, ein Recht auf eine Sache zu haben. Aber ist das wirklich so? Manche unserer Erwartungen basieren auf Versprechen anderer – aus denen könnte man ein gewisses Recht auf Einhaltung ableiten (das uns aber letztlich auch nicht viel nützt, wenn das Versprechen eben doch nicht eingehalten wird).

Wenn wir aber mal ehrlich sind, leiten sich viele unserer Erwartungen nicht wirklich aus klaren Zusagen anderer ab, sondern wir entwickeln sie einfach so. Vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht aus dem, was "üblich ist" oder – und das ist besonders perfide – aus unserem eigenen Verhalten heraus. Ganz nach dem Motto: "Ich mach das so, also musst du das auch so machen." Das ist natürlich nicht fair, denn die Personen, an die wir dann unsere von uns selbst abgeleiteten Erwartungen stellen, haben oft nicht einmal eine Ahnung von dem, was wir von ihnen wollen. Aber wir reagieren dann dennoch sauer, wenn sie die unsere (eben oft nicht einmal formulierten Erwartungen) nicht erfüllen.

Kommen wir zurück zu dem Zitat, denn da stecken für mich zwei Aspekte zum Thema Enttäuschung drin:

Einmal eben der aufgezeigte Punkt, dass unsere zerstörten Hoffnungen sehr viel mit unseren Erwartungen zu tun haben, es also sinnvoll ist, hier einmal selbstkritisch zu schauen, wie gerechtfertigt unsere Erwartungen überhaupt sind.

Und zum anderen tatsächlich die Fokusverschiebung von dem, was wir nun nicht haben (oder bekommen oder erleben können) hin dazu, dass wir im Vorfeld durchaus positive Gefühle hatten! Die wischen wir mit dem Vorwurf der Enttäuschung vollkommen vom Tisch – und das macht das Gefühl der Enttäuschung gleich doppelt heftig.
Vielleicht nehmen Sie das Zitat einfach einmal mit in Ihren Alltag und schauen, wie sich zukünftige Enttäuschungen anfühlen, wenn Sie ein bisschen mit den Zeilen von Marie von Ebner-Eschenbach spielen.

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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   So Okt 03 2010, 07:11

Doofe Elefanten..


In Indien setzt man Elefanten für die Arbeit im Wald ein. Und damit junge Elefanten nicht weglaufen, kettet man sie mit einem Fuß an einen Pfahl. Der kleine Elefant versucht wegzulaufen, die Kette hält ihn fest und er merkt, dass er nicht wegkommt. Der Elefant wird irgendwann größer. Bald ist er so stark, dass er die Kette zerreißen könnte. Aber er versucht es nicht mehr. Schließlich hat er ja als kleiner Elefant gelernt, dass es nichts nutzt, sich gegen die Kette zu wehren. Am Ende reicht sogar ein dünnes Seil, um einen Elefanten am Weglaufen zu hindern.

Es sind also nicht die realen Gegebenheiten, die den Elefanten in Gefangenschaft halten. In Wirklichkeit müsste der Elefant nur einmal kräftig ziehen und das Seil würde reißen. Aber er probiert es nicht. Weil er nicht daran glaubt, dass es funktionieren würde.

Nicht so schlau, oder? Das denkt man jedenfalls zuerst. Bis einem auffällt, dass wir Menschen nicht selten ganz genauso sind!

Der Elefant glaubt zu wissen: Es hat ja doch keinen Sinn, deswegen versuche ich es erst gar nicht. Und Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie so etwas auch schon einmal gedacht?

Oft glauben wir, wir können etwas nicht, deswegen probieren wir es erst gar nicht. Oder wir tun etwas nicht, das wichtig für uns wäre, weil es vermeintlich gute Gründe dagegen gibt. Gründe, die oft nur in unserem Kopf existieren. Oder Gründe, die mit ein bisschen Einfallsreichtum aus dem Weg zu räumen wären.

Bei anderen können wir das ziemlich gut erkennen: Wenn Karl nur mehr als sich glauben würde und wenn er nur aus der Hüfte kommen würde, dann könnte er so viel erreichen. Und wenn Susi endlich aufhören würde, die Schuld nur bei ihrem Mann zu suchen, und selbst auch etwas ändern würde, dann hätten die beiden noch eine Chance.

Bei anderen sehen wir es. Was im Umkehrschluss wohl heißt, dass andere es bei uns auch gut erkennen können. Denn wir sind ja alle gar nicht so unterschiedlich.

"Eine neue Beziehung? Ne, lass' mal… Männer sind einfach nicht beziehungsfähig."

"Meinem Chef sagen, was mir stinkt? Ne, gegen die da oben kannst du sowieso nichts ausrichten."

"Noch mal das studieren, was mir wirklich am Herzen liegt? Ne, dann müsste ich ja mein Auto verkaufen und könnte nicht mehr 3 mal pro Jahr in den Urlaub fahren…"

Das Gemeine an unseren ganzen Gründen, Erklärungen, Ausreden und Entschuldigungen ist, dass wir sie wirklich für wahr und realistisch halten. Und meistens reagieren wir ziemlich unwirsch, wenn uns jemand nahelegt, dass unsere Sichtweise vielleicht nicht 100% mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Das kann uns richtig nerven oder sogar sauer machen. Wir verteidigen unser Seil, das uns festhält, oft mit Händen und Füßen. Ist mir jedenfalls schon passiert.

Wir Menschen sind manchmal wirklich nicht so viel schlauer als ein Elefant.

Was kann man nun tun, wenn der Schmerz unserer Gefangenschaft zu groß wird? Hier 5 Ideen dazu:

Versuchen Sie sich immer wieder klarzumachen, dass alle Ihre Gründe gegen eine Veränderung eventuell nur in Ihrem Kopf existieren oder nur starke Vereinfachungen der Wirklichkeit sind. Das erfordert natürlich eine gewisse psychologische Flexibilität, die eigenen Gedanken nicht für die Wahrheit zu halten.

Machen Sie ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn alle Gründe gegen die Veränderung plötzlich verschwunden wären. Was würden Sie dann tun? Was wären dann Ihre nächsten Schritte?

Fragen Sie sich immer wieder: “Möchte ich lieber an meinen Gründen oder Ausreden festhalten? Oder möchte ich lieber frei sein?” Und ziehen Sie aus der Antwort Ihre Konsequenzen.

Stellen Sie sich bildlich vor, dass all die Gründe gegen die Veränderung wirklich ein Seil wären, das Sie an Ihrer augenblicklichen, schmerzhaften Situation festbindet. Und dann stellen Sie sich vor, Sie würden das Seil mit einer großen Schere durchschneiden. Vielleicht hilft Ihnen diese Visualisierung.

Kultivieren Sie die Frage: “Und wie würde man es trotzdem hinbekommen?” Immer wenn Sie eine Ausrede oder einen Grund gegen eine mögliche Veränderung finden, kontern Sie diesen Grund mit der Frage “Und wie könnte man es trotzdem hinbekommen? Wie haben es andere geschafft? Was bräuchte ich noch, um es trotzdem zu schaffen?” Durch diese Fragen bewegen Sie sich langsam von einer problemorientierten zu einer lösungsorientierten Sichtweise.

Seien Sie schlauer, als die Elefanten. Lassen Sie sich nicht von Dingen festhalten, die es vielleicht gar nicht gibt. Schneiden Sie Ihr Seil durch und befreien Sie sich.

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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   So Okt 10 2010, 08:52

Keep cool



Die meisten von uns lassen sich schnell durch Kritik oder Respektlosigkeiten verunsichern. Wenn jemand fies zu uns ist oder etwas an uns auszusetzen hat, dann

ärgern wir uns,
wir werden wütend,
wir sind aufgewühlt,
wir fühlen uns vielleicht wertlos oder
stellen uns selbst in Frage.
Dass wir so auf Angriffe reagieren, nehmen wir im Allgemeinen als vollkommen normal hin. Wir glauben, dass das eben so ist und dass man das nicht ändern kann. Aber ist das wirklich so?

Die Antwort ist ganz klar: Nein! Wir müssen das nicht so hinnehmen. Es geht auch anders.

Es gibt Menschen, die können mit Angriffen und Kritik vollkommen locker und gelassen umgehen. Diese Leute nehmen so etwas nicht persönlich. Diese Menschen bewerten ihre eigene Meinung über sich selbst höher als die Meinung anderer.

Stellen Sie sich einmal vor, jemand würde Ihnen Gemeinheiten an den Kopf werfen und Sie würden einfach mit den Schultern zucken und denken:

“Schade, dass du so denkst. Aber das ist nicht mein Problem, sondern deines”.

Oder stellen Sie sich vor, jemand kritisiert Ihre Arbeit und Sie bleiben dabei vollkommen ruhig und gelassen, Sie können die Kritik vollkommen wertfrei betrachten und sich die nützlichen Teile aus den Kommentaren Ihres Gegenübers herausfiltern und diese für sich nutzen.

Wäre das nicht schön? Würden Sie dann nicht wesentlich freier und selbstbestimmter leben können?

Wenn Sie diese Vorstellung auch attraktiv finden, dann kommt hier die gute Nachricht für Sie: Diese Gelassenheit, die innere Stärke und diese Unabhängigkeit lassen sich trainieren.

Wie genau geht das? Wie kann man das üben?

Um das zu erklären, möchte ich Sie kurz dazu einladen, sich Folgendes vorzustellen:

Sie sitzen im Büro und im Nebenraum lästern zwei Ihrer Kollegen über Sie. Sie hören das aber nicht, weil Sie ja in einem anderen Raum sind. Beeinflusst es Ihre Befindlichkeit, dass da im Nebenraum jemand über Sie herzieht? Nein, tut es nicht. Denn Sie wissen es ja nicht. Und was Sie nicht wissen, beeinflusst Ihre Gefühle auch nicht.

Was aber, wenn Ihnen später jemand erzählt, dass sich im Nebenraum zwei Kollegen über Sie lustig gemacht haben? Dann geht es los: Sie werden wahrscheinlich ärgerlich und fühlen sich respektlos behandelt.

Was ist nun die Schlussfolgerung aus dieser Geschichte?

Ganz einfach: Es ist offensichtlich nicht der Umstand an sich, dass jemand Sie respektlos behandelt hat, der Ärger, Wut oder Frust in Ihnen auslöst. Solange Sie es nicht wissen, beeinflusst es Sie nicht. Erst wenn Sie es auch erfahren, fangen Sie an, darauf zu reagieren.

Die Ursache Ihrer Gefühle liegt also nicht in der Tatsache an sich, dass jemand über Sie gelästert hat. Es sind Ihre Gedanken über das Lästern, die Ihre Gefühle auslösen und nicht das Lästern an sich.

Wenn Sie in diesem Augenblick denken könnten: “Lass die doch quatschen, das geht mich nichts an”, dann würden Sie ruhig, gelassen und cool bleiben und mit den Schultern zucken.

Der griechische Philosoph Epiktet hat gesagt: “Nicht die Dinge an sich, sondern unsere Sichtweise auf die Dinge ist das, was uns beunruhigt”.

Und genau diese Erkenntnis ist der Schlüssel dazu, auf alles ruhig und gelassen zu reagieren. Wenn uns jemand respektlos behandelt, dann ist es nicht der Umstand an sich, der unsere Gefühle beeinflusst. Nein, es ist unsere Deutung, es ist unsere Bewertung dieser Tatsache. Unsere Gefühle entstehen aus dem, was wir bewusst und unbewusst denken. Und genau diese Denkweisen lassen sich ändern. Und damit auch unsere Gefühle.

Fangen wir doch gleich an…

Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen im Supermarkt an der Kasse und plötzlich drängelt sich jemand vor.

Warum ist das ärgerlich? Warum sollte derjenige das nicht tun? Wie bewerten Sie diese Situation? Und welche Gefühle erzeugt diese Bewertung in Ihnen?

Und jetzt überlegen Sie einmal, wie jemand, der in dieser Situation vollkommen ruhig bleibt, diese Sache bewerten müsste, damit er gelassen und ruhig bleiben kann. Was müsste jemand an dieser Stelle, denken? Welche Einstellung müsste dieser Mensch haben, um hier cool zu bleiben?

Genau das ist das Prinzip. Sie wollen in einer Situation ruhig und gelassen reagieren? Dann überlegen Sie sich, wie jemand diese Situation bewerten würde, damit er ruhig bleiben kann. Und dann trainieren Sie diese neue Keep-Cool-Denkweise.

Jemand, der bei einem Vordrängler ruhig bleiben würde, würde vielleicht denken:

Ob ich 3 Minuten später nach Hause komme, spielt ja nun wirklich keine Rolle.
Will ich lieber gelassen und glücklich sein oder lieber auf mein Recht pochen und streiten?
Geht es mir besser, wenn ich mich aufrege? Nein, deswegen lasse ich es einfach.
Der steht bestimmt wegen einer Sache unter Stress und hat es deswegen eilig.
Eigentlich ja auch schön, mal hier zu stehen und nichts tun zu müssen.
Und für nahezu jede Situation gibt es solche Coolness-Gedanken. Es ist allerdings wichtig, dass Sie Ihre Gelassenheits-Gedanken wirklich trainieren. Es reicht nicht, sich nur vorzunehmen, das nächste Mal anders zu denken. Sie müssen Ihre neuen Denkgewohnheiten wieder und wieder üben, verinnerlichen, auswendig lernen und trainieren. Am besten täglich und das für mehrere Wochen. Und ja, das ist natürlich ein bisschen aufwändig und auch anstrengend. Da will ich Ihnen nichts vormachen.

Aber stellen Sie sich vor, Sie könnten bei Kritik vollkommen ruhig und gelassen und damit viel handlungsfähiger, bleiben. Oder wenn Sie auf der Straße jemand schneidet. Oder wenn Sie erfahren, dass jemand über Sie gelästert hat. Oder wenn Sie jemand unfreundlich behandelt.

Lohnt es sich dafür nicht, die Arbeit zu investieren und die eigenen Denkgewohnheiten umzutrainieren?

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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   Mo Okt 25 2010, 17:17

Selbstbewusstsein in 3 Schritten


Viele Menschen wünschen sich mehr Selbstvertrauen. Denn es ist schmerzlich, wenn man ständig an den eigenen Fähigkeiten zweifelt und sich selbst nichts zutraut.

Für alle, die nach einem besseren Selbstvertrauen streben, habe ich eine neue Idee. Hier kommt sie:

Wenn Sie mehr Selbstvertrauen gewinnen wollen, dann müssen Sie sich vielleicht einfach so verhalten, dass Sie sich selbst vertrauen können.

Denn Vertrauen anderer Menschen muss man sich ja auch erst mal verdienen. Oder man muss es wieder herstellen, wenn man es einmal verloren hat. Warum soll es beim Vertrauen sich selbst gegenüber anders sein?

Lassen Sie uns also mal schauen, wann genau wir anderen Menschen vertrauen.

Ich persönlich vertraue Menschen,

die ehrlich zu mir sind und die ihre Versprechen halten,
die wissen, was sie tun, die also fähig und erfolgreich auf ihrem Gebiet sind,
von denen ich weiß, dass sie mir gegenüber wohlgesonnen und dass sie fair sind.
Nach meiner Erfahrung wächst mein Selbstvertrauen, wenn ich diese 3 Dinge auf mich selbst anwende. Wenn ich also:

ehrlich zu mir selbst bin,
wenn ich meine Fähigkeiten und Stärken bewusst verbessere und als Mensch wachse
und wenn ich mich selbst freundlich und fair behandele.
Unser Selbstvertrauen wächst, wenn wir ehrlich zu uns sind
Ehrlich zu sich zu sein, das bedeutet, sich selbst keine Versprechen mehr zu geben, die man nicht halten kann oder will.

Das fängt bei den Kleinigkeiten an. Zum Beispiel, wenn man eine Aufgabe aufschiebt und sich erzählt, dass man sie morgen erledigt. Und dass, obwohl man eigentlich genau weiß, dass man sich selbst morgen wieder die gleiche Geschichte erzählen wird. Hier schwindelt man sich selbst an. Und das beschädigt unser Selbstvertrauen. Denn einem Schwindler vertrauen wir nicht. Das gilt für andere, aber auch für uns selbst.

Vorsätze sind auch so ein beliebtes Thema. Stefan, 32, mopplig, nimmt sich zum 5. Mal fest vor, sich endlich besser zu ernähren. Er gibt sich selbst das Versprechen: “Ab jetzt nur noch Gemüse und Schluss mit Schokolade und Chips. Diesmal bin ich stark und halte es durch. Diesmal wird alles gut.”

Aber es wird natürlich nicht gut. Er hat schon 5x erlebt, dass er das Thema Ernährung mit Selbstdisziplin nicht in den Griff bekommt. Warum sollte es beim 6. Mal anders sein? Er hat sich selbst wieder bewiesen, dass seine Versprechen nichts wert sind. Wie will Stefan sich da selbst vertrauen?

Wer sein Selbstvertrauen stärken will, könnte anfangen, ehrlicher mit sich selbst zu sein. Dazu gehört, Versprechen zu halten, die man sich selbst gegeben hat. Dazu gehören auch umgesetzte Vorsätze. Hier ist es besser, lieber nichts mehr zu versprechen. Oder nur noch kleine, bewältigbare Versprechen zu geben. Oder wirklich entschlossen alles Notwendige zu tun, um ein Versprechen wirklich einzuhalten.

Wenn Sie merken, dass Sie sich auf Ihr eigenes Wort verlassen können, dann wächst auch Ihr Vertrauen in sich selbst. Dann glauben Sie wieder an sich. Und das berechtigterweise.

Unser Selbstvertrauen wächst, wenn wir Erfolg haben
Nehmen wir an, Sie machen eine nicht ganz ungefährliche Bergtour und Sie haben die Wahl zwischen 2 Bergführern: Da ist zum einen der erfahrene, ruhige 45-jährige Alois, der schon sein ganzes Leben lang Menschen durch die Berge führt. Und da haben wir Kevin, 22, groß, blond, sehr cool, sehr große Worte.

Wen wählen Sie als Bergführer? Zu wem haben Sie in dieser Situation mehr Vertrauen?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich wähle den Alois. Ihm traue ich es eher zu, dass er mich sicher wieder zurückbringt.

Wir vertrauen eher Menschen, wenn wir sie für kompetent, fähig und erfolgreich auf ihrem Gebiet halten. Das Gleiche gilt auch für uns selbst. Wenn wir uns selbst für fähig halten, zeigt sich das auch in unserem Selbstvertrauen.

Und das Gefühl, erfolgreich zu sein, lässt sich gezielt stärken, indem man sich kleine, machbare Ziele setzt, diese verfolgt und erreicht und sich dann selbst auf die Schulter klopft, wenn man sie erreicht hat. Und wenn man mal scheitert, muss man eben wieder aufstehen und es noch einmal versuchen. Mit der Zeit kann man den Schwierigkeitsgrad der Ziele steigern und so die Grenzen des für einen machbaren Schritt für Schritt vergrößern. Und dabei immer schön die eigenen Erfolge bewusst machen, vielleicht sogar mit einem Erfolgstagebuch, in dem man seine Erfolge täglich protokolliert. Dadurch wächst dann unsere Kompetenz. Wir werden fähiger, erfolgreicher und wir bekommen immer mehr Dinge auf die Reihe.

Und dadurch wächst unser Selbstvertrauen.

Unser Selbstvertrauen wächst, wenn wir uns selbst wohlgesonnen sind
Es gibt Menschen, bei denen spüren wir instinktiv, dass sie es gut mit uns meinen. Diese Menschen wollen nur das Beste für uns. Diese Menschen schauen mit Güte auf unsere kleinen und großen Fehler und sie lieben uns trotzdem. Viele Mütter empfinden so ihren Kindern gegenüber. Und gute Freunde. Aber es gibt auch Lehrer, die so ein Verhältnis zu ihren Schülern haben. Wir wissen: Diesen Menschen kann man vertrauen. Sie sind für einen da, wenn man sie braucht.

Da ist es doch manchmal ein ziemliches Kontrastprogramm, wie wir uns oft selbst behandeln: Wir kritisieren uns ständig. Ein Teil von uns ist die ganze Zeit wachsam und auf der Suche nach den Dingen, die wir falsch gemacht haben. Damit wir uns selbst dann stundenlang Salz in die Wunde reiben können. Wir sind uns nie genug. Immer gibt es etwas an uns auszusetzen.

Jetzt ehrlich: Wie wollen Sie sich selbst vertrauen, wenn Sie ständig in Habachtstellung sind, weil sie sich jederzeit selbst einen Schlag ins Genick verpassen könnten?

Wollen Sie also lernen, sich selbst zu vertrauen, dann gehört dazu auch, fairer, milder und freundlicher mit sich selbst zu werden.

Dazu können Sie:

Ihrem inneren Kritiker mal sagen: “Danke, dass du da bist, aber du machst mein Leben nicht besser. Ich bitte dich, mich mal öfter so sein zu lassen, wie ich bin”;
anerkennen, dass Sie ein unperfekter Mensch sind und Fehler haben, wie jeder andere auch und dass das absolut in Ordnung ist;
eher auf Ihre Erfolge, Stärken und Vorzüge schauen als auf Ihre Fehler;
Fairness sich selbst gegenüber entwickeln und nur noch Dinge von sich verlangen, die auch realistisch und machbar sind;
anfangen, sich selbst zu fordern und zu fördern – fordern, indem Sie sich als Mensch weiterentwickeln, dazulernen, Ihre Kompetenzen erweitern und sich auch mal selbst überwinden und fördern, indem Sie sich freundlich loben, motivieren und indem Sie sich immer wieder auf Ihre Erfolge hinweisen.
Also weniger Nackenschläge und dafür mehr Streicheleinheiten für sich selbst. Damit Sie merken, dass Sie sich selbst wohlgesonnen sind. Damit Sie sich selbst vertrauen können.

Selbstvertrauen entsteht durch unser tägliches Tun. Es entsteht, wenn wir uns jeden Tag beweisen, dass wir uns selbst vertrauen können. Und zwar, indem wir:

uns selbst gegenüber ehrlich sind und unsere Versprechen halten,
indem wir uns selbst beweisen, dass wir fähig sind und
indem wir mit einem wohlwollenden Auge auf uns selbst schauen.
So verdient man sich das eigene Vertrauen – Selbstvertrauen.


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Zuletzt von Yvi am Mo Okt 25 2010, 17:20 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   Mo Okt 25 2010, 17:19

Positives Denken heißt positive Ansätze zu suchen


In einem Video des bekannten amerikanischen Erfolgstrainers Anthony Robbins habe ich neulich einen sehr interessanten Gedanken gehört: Es ging um das Thema Fokus und die Frage, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Viele Menschen sehen vor allem das, was schief läuft und das, was sie nicht ändern können, während es aber viel sinnvoller ist, sich auf das zu fokussieren, was gut läuft und was wir verändern können. In diesem Zusammenhang sagte er sinngemäß so etwas: Wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können, ist das kein "positives Denken", sondern das ist schlicht und einfach intelligent.

Mir gefällt diese Sichtweise im Vergleich zu dem, was oft unter "positivem Denken" läuft, sehr gut. Denn es geht eben genau nicht darum, sich etwas schön zu reden (was ja diesem Ansatz immer wieder vorgeworfen wird), sondern es geht darum, zu erkennen, wo für einen ganz persönlich positive Ansätze zu finden sind.

Lassen Sie diesen Gedanken einmal zu, wenn Sie gerade wieder das Gefühl haben, das eigentlich alles Mist ist in Ihrem Leben. Versuchen Sie weniger, etwas "Schönes" an Ihrer Situation zu finden, als viel mehr die Punkte, in denen Sie aktiv werden können. Punkte, an denen Sie ansetzen können, etwas zu verändern. Punkte, die Sie selbst positiv beeinflussen können.

Dieser Gedankengang ist aus meiner Sicht ein sehr mächtiger. Denn er bewirkt unmittelbar ein Wechseln von der passiven Opfersicht hin zu einer aktiven Position.

Keine Frage, es gibt Phasen und Situationen, die frustrierend, beängstigend, ja, manchmal auch wirklich furchtbar sind. Und ja, manchmal bleibt einem erstmal nicht viel, als diese Gefühle zuzulassen. Nur irgendwann muss dann etwas passieren. Denn die wenigsten Situationen ändern sich einfach so von allein – zumindest tun sie das meist nicht nach unseren Vorstellungen. Eines können wir immer verändern: unsere Sicht der Dinge.

Allein den Schritt zu tun, sich ein klitzekleines Element in der momentanen Situation zu suchen, an dem man ansetzen kann, um etwas zu verändern, einen Mini-Schritt an Aktion zu finden und den tatsächlich umzusetzen – das kann ganz wesentlich und fundamental etwas verändern. In Ihnen und in der Folge an der Situation.

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BeitragThema: Re: Zeit zu Leben   So Feb 13 2011, 09:56

manchmal hat man das Gefühl, festzustecken. Man will etwas im Leben erreichen. Aber es haut einfach irgendwie nicht hin. Solche Phasen sind ziemlich frustrierend, weil wir uns dann hilflos, ohnmächtig oder wie ein Versager fühlen. Wir würden es ja gerne anders machen, aber wir wissen einfach nicht, wie wir es anstellen sollen.

Wenn man an so einem Punkt angekommen ist, dann ist es am besten, die eigene Situation einmal ganz in Ruhe von oben zu betrachten. Noch besser ist es sogar, wenn man für einige Tage die gewohnte Umgebung verlässt, damit man wieder auf neue Gedanken kommt.

Denn was wir denken, hängt zu einem großen Teil von unserer Umgebung ab. Sind wir immer in der gleichen Umgebung, denken wir auch immer die gleichen Gedanken. Wechseln wir die Umgebung, dann sehen wir die Welt oft aus einer anderen Warte und kommen so auf neue Ideen und Lösungsansätze.

Wollen Sie also andere und vielleicht bessere Gedanken denken, dann müssen Sie dazu manchmal erst Ihre gewohnte Umgebung verlassen. Für kleinere Blockaden reicht es meistens, sich mal einen Tag Auszeit zu nehmen und sich ins Café zu setzen oder einen langen Spaziergang in der Natur zu machen. Für größere Geschichten muss man aber tatsächlich für einige Tage von zu Hause weg, damit man wirklich neue Gedanken denken kann.


O. k. … nehmen wir an, Sie haben es geschafft, sich aus Ihrer gewohnten Umgebung zu lösen. Sie sind jetzt bereit dafür, mit einem frischen Blick auf Ihre kniffelige Situation zu schauen. Aber wie stellen Sie das an? Dafür finden Sie hier einen kleinen Fragenkatalog. Nutzen Sie diese Fragen, um zu beleuchten, warum Sie noch nicht da sind, wo Sie hinwollen. Übrigens kann es auch sehr viel bringen, diese Fragen mit jemandem durchzugehen, der Sie gut kennt und dem Sie vertrauen.

Zu den Fragen:


„Wollen Sie es vielleicht zu stark?“
Möglicherweise sind Sie noch nicht da, wo Sie hinwollen, weil Sie es übertreiben.

Kennen Sie Menschen, die zu verbissen an eine Sache herangehen und durch ihren Übereifer alles kaputt machen? Das kann im Job passieren. Aber genauso, wenn wir uns um eine Frau oder einen Mann bemühen.

Es ist gut, sich zu engagieren. Aber unsere Ziele brauchen auch ein bisschen Luft zum Atmen. Und sich zu sehr zu engagieren kommt oft auch verzweifelt, ängstlich und unattraktiv rüber.

Es ist gut, etwas wirklich, wirklich, wirklich zu wollen. Das schafft Energie, Fokus und Schaffenskraft. Aber es ist auch gut, sich eine gewisse Gelassenheit zu bewahren und ein bisschen loszulassen.

Die meiste Energie geht von einem aus,

wenn wir etwas wirklich wollen
UND wenn wir auch gleichzeitig wissen, dass wir auch ohne das Objekt unserer Begierde klarkommen würden.
Paradox, aber es ist irgendwie so.


„Wollen Sie es vielleicht zu wenig?“
Möglicherweise sind Sie noch nicht da, wo Sie hinwollen, weil Sie nicht genug wollen.

Manchmal sagen wir zwar, dass wir etwas wirklich wollen. Aber eigentlich stimmt das gar nicht.

Und als Resultat gehen wir dann nur halbherzig an unser Ziel heran. Oder wir erfinden Ausreden, warum wir bisher noch nichts für unser Ziel tun konnten.

Aber trotzdem sagen wir weiter, dass uns das Ziel wichtig ist. Aber wir behaupten es nur, weil andere es von uns erwarten. Oder weil die Gesellschaft das so vorgibt. Oder weil wir noch irgendwelche Botschaften unserer Eltern im Ohr haben.

„Doch, doch, mir liegt wirklich etwas an dieser Beziehung.“
„Doch, doch, ich will diesen Job wirklich behalten.“
Oder: „Doch, doch, Umweltschutz ist total wichtig!“
Aber all das sind nicht selten Lippenbekenntnisse. Wir tun nur so, als ob uns die Sache wichtig ist. Sich das einzugestehen ist natürlich hart und braucht schon ein bisschen innere Stärke.

Aber wenn Sie feststecken oder keine Motivation haben, dann kann das daran liegen, dass Ihnen Ihr Ziel eigentlich gar nicht so wichtig ist. Wenn das der Fall ist, ist es oft das Einfachste, das Ziel loszulassen und mit den Konsequenzen zu leben.

„Schlagen vielleicht verschiedene Herzen in Ihrer Brust?“
Möglicherweise sind Sie noch nicht da, wo Sie hinwollen, weil Sie innerlich zerrissen sind.

Entweder wir wollen etwas oder wir wollen es nicht. So einfach ist das doch, oder?

Nein, so einfach ist es leider selten. Nein, meistens sind die Dinge kompliziert. Weil wir kompliziert sind.

Wir wollen etwas, aber ein anderer Teil in uns will es auch wieder nicht. Oder wir wünschen uns etwas ganz stark, haben auf der anderen Seite aber auch Angst vor den Konsequenzen, wenn unser Wunsch wirklich in Erfüllung gehen würde.

Ich würde schon gerne ein Jahr im Ausland verbringen, aber ich habe so eine Angst davor.
Ich will mich so gerne selbstständig machen, aber ich will auch meine Sicherheit nicht aufgeben.
Ich möchte meinem Chef so gerne mal die Meinung sagen, aber ich habe Angst, dass ich dann nicht befördert werde.
Wenn wir wegen unserer Wünsche und Ziele zwiegespalten sind, dann erleben wir das ganz oft als verwirrend und schmerzhaft. Hier hilft es oft nur, den eigenen Bedenken und Gefühlen auf den Grund zu gehen und die Plus- und die Minus-Seite der eigenen Wünsche klar zu benennen.

Und dann gilt es, eine wirkliche Entscheidung zu treffen.

JA oder NEIN.

Nein, die möglichen Nachteile sind mir doch zu riskant. Ich entscheide mich dagegen. Und damit ist die Sache erledigt. Oder ich lege die Idee zumindest erst einmal für ein halbes Jahr auf Eis.

Oder:

Ja, ich will das! Und ich werde mit möglichen negativen Konsequenzen meiner Entscheidung irgendwie klarkommen.

Entscheiden Sie sich also und bringen Sie Klarheit in Ihr Leben.

„Gehen Sie vielleicht falsch an die Sache ran?“
Möglicherweise sind Sie noch nicht da, wo Sie hinwollen, weil Sie planlos sind und keine vernünftige Strategie haben, um Ihr Ziel zu erreichen.

Denn es hilft nichts, etwas noch so sehr zu wollen, wenn wir falsch an die Sache herangehen. Die Welt ist in den letzten Jahren komplexer und komplizierter geworden. Und ist es manchmal nicht offensichtlich, wie der Weg aussieht, um ein Ziel zu erreichen.

Manchmal sind die Schritte zum eigenen Ziel sogar kontra-intuitiv, d. h., der Weg ist genau das Gegenteil von dem, was man aus dem Bauch heraus vermutet hätte. So wie bei Aktien, wo die wenigen Schlauen dann kaufen oder verkaufen, wenn die Masse aus dem Bauch heraus genau das Gegenteil tut.

Wollen Sie einen neuen, besseren Arbeitsplatz, an dem Sie wirklich etwas bewegen können? Oder wollen Sie endlich einen Partner finden? Wollen Sie sich selbstständig machen? Oder Ihre Finanzen sanieren? Für all diese Vorhaben gibt es schlaue oder weniger schlaue Vorgehensweisen.

Am besten ist es, sich hier jemanden zu suchen, der Ihnen ähnlich ist und der genau Ihr Ziel schon erreicht hat. Lernen Sie also von jemandem, der weiß, wie es geht, weil er es schon einmal getan hat. Und Vorsicht: Viele Menschen, die Ihnen erzählen, wie es geht, haben es selbst noch nicht geschafft. Schauen Sie bei Ihren Lehrern also immer darauf, was diese ganz konkret erreicht haben. Oder zumindest, was deren Schüler erreicht haben.


„Machen Sie vielleicht immer wieder die gleichen Fehler?“
Die Definition von Wahnsinn ist laut Albert Einstein: Immer wieder das Gleiche zu tun und dabei aber jedes Mal andere Ergebnisse zu erwarten.

Kennen Sie Frauen, die sich immer wieder die falschen Männer aussuchen? Oder Menschen, die immer wieder auf Investmentmöglichkeiten hereinfallen, die eigentlich zu gut sind, um wahr zu sein? Oder Menschen, die sich das 10. Buch zu einem Thema kaufen, obwohl die 9 Bücher vorher schon nicht geholfen haben, weil mehr zu wissen offensichtlich nicht das Problem war?

Wir Menschen gehen meistens intuitiv und aus dem Bauch an unsere Ziele heran. Und wir tun dann für unsere Vorhaben oft das, was uns spontan so einfällt. Oder noch häufiger tun wir das, was die anderen auch tun, um dieses spezielle Ziel zu erreichen.

Das klappt manchmal auch. Und erstaunlich oft klappt es eben auch nicht. Weil die erste spontane Lösung, die uns einfällt, selten die beste Lösung ist.

Aber das ist ja auch grundsätzlich nicht schlimm, solange wir aus unseren Fehlversuchen lernen.

Wenn wir aber nach dem Prinzip Hoffnung immer wieder das Gleiche versuchen und hoffen, dass es diesmal anders wird, dann haben wir ein Problem.

Hier helfen Ihnen die folgenden 4 Schritte.

Ich frage mich: Was genau habe ich alles versucht, um mein Ziel zu erreichen?
Ich frage mich: Welche Schritte haben mich näher an mein Ziel gebracht? ( Und hier ehrlich mit sich sein und nichts schönreden)
Wenn eine Vorgehensweise geklappt hat, gehe ich den Weg weiter und mache mehr davon.
Aber wenn etwas nicht geklappt hat, versuche ich etwas anderes.
Diese 4 Schritte sind DAS universelle Erfolgsrezept, vorausgesetzt, man stellt sich die ersten beiden Fragen häufig, ist ehrlich mit sich und handelt auch dementsprechend.

„Haben Sie es vielleicht noch nicht lange genug versucht?“
Möglicherweise sind Sie noch nicht da, wo Sie hinwollen, weil Sie es noch nicht lange oder nicht oft genug versucht haben.

Diese Frage ist die schwierigste unter den Fragen hier im Artikel.

„Ist meine Herangehensweise an mein Ziel falsch? Oder habe ich es einfach noch nicht lange genug versucht?“

Wenn ich zum Beispiel das Haus meiner Träume gefunden habe und bisher 5 Banken meinen Finanzierungsantrag für das Haus abgelehnt haben, dann ist die Frage:

Haben die Banken recht und es ist in meiner Situation einfach keine gute Idee, mich zu verschulden?
Oder muss ich es einfach noch länger versuchen und noch mehr Banken ansprechen?
„Bin ich auf dem falschen Weg oder habe ich es einfach noch nicht lange genug versucht?“

Diese Frage zu beantworten ist enorm schwierig. Und zwar, weil man die Antwort wirklich nicht wissen kann.

Es kann ja sein, dass man wirklich auf dem Holzweg ist. Oder es kann sein, dass man es nur noch ein einziges Mal mehr versuchen muss, um Erfolg zu haben.

Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne, soll ja 1000 Versuche gebraucht haben, bis seine Glühbirne funktioniert hat. Durchhaltevermögen und Unbeirrbarkeit zahlen sich also aus.

Aber was ist mit all den Menschen, die mit dem gleichen Durchhaltevermögen an ihre Projekte herangegangen sind und die letztlich trotzdem gescheitert sind? Von diesen Menschen erfährt man ja nichts.

Manche Ziele erreicht man dadurch, dass man einfach länger durchhält als die anderen.

Andere Ziele erreicht man auch nicht, wenn man es 30 Jahre versucht, eben weil die eigene Herangehensweise nicht zielführend ist.

Was kann man hier machen? Wie findet man heraus, ob man die Herangehensweise wechseln sollte oder es einfach weiter versuchen muss?

Es hilft hier auch wenig, andere Menschen zu fragen. Die einen werden sagen: „Halt durch, Junge.“ Die anderen werden sagen: „Mensch Mädel, du verrennst dich doch.“

Was diese Frage angeht, gibt es also keine gute Antwort. Hier hilft einem tatsächlich nur, auf seinen Bauch zu hören.

Aber: Wenn Sie eine Sache allerdings erst 3 Mal versucht haben und schon aufgeben wollen, dann ist die Frage relativ einfach zu beantworten: Ja, dann haben Sie es sehr wahrscheinlich noch nicht lange genug versucht.

Wenn Sie die Klavierstunden nach 6 Monaten aufgeben, weil Sie noch kein Virtuose sind, haben Sie es nicht lange genug versucht.

Oder wenn Sie nach 10 Bewerbungen das Handtuch schmeißen, haben Sie es noch nicht lange genug versucht.

So … jetzt haben Sie hier im Artikel 6 Fragen kennengelernt. Diese Fragen helfen Ihnen vielleicht herauszufinden, warum Sie noch nicht da sind, wo Sie gerne hinwollen:

Wollen Sie es vielleicht zu stark?
Wollen Sie es vielleicht zu wenig?
Schlagen vielleicht verschiedene Herzen in Ihrer Brust?
Gehen Sie vielleicht falsch an die Sache ran?
Machen Sie vielleicht immer wieder die gleichen Fehler?
Haben Sie es vielleicht noch nicht lange genug versucht?
Ich hoffe, diese Fragen bringen Sie ein klein wenig weiter, wenn Sie mal irgendwo feststecken. Und nicht vergessen: Am besten stellt man sich diese Fragen, wenn man seine gewohnten 4 Wände verlassen hat. Viel Glück und Erfolg für Sie.

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